Chronik

Im Zuge der Gebietsreform wurde aus den Orten Berg (Pfalz), Hagenbach, Neuburg am Rhein und Scheibenhardt die Verbandsgemeinde Hagenbach gebildet.
 
Berg (Pfalz)

Der Ort hat eine weit zurückreichende Geschichte, sein Name steht vermutlich in enger Verbindung mit dem des Ritters Wezelo von Bergen, der unter den Ministerialen des Bischofs Günter von Speyer erscheint, aber auch als Zeuge in kaiserlichen Urkunden oder als Begleiter des Königs Heinrich VI. erwähnt wird. Urkundlich wird Berg zum ersten Male im Jahre 1176 genannt. 1281 kam Berg zur Vogtei Hagenbach und gelangte 1407 mit der Vogtei Hagenbach in kurfürstlichen Besitz.

In den Jahren 1802 - 1815 gehörte Berg zum damaligen französischen Kanton Lauterbourg. Im Jahre 1815 wurde es im Rahmen der territorialen Neugliederung Deutschlands durch den Wiener Kongress dem Kanton Kandel und mit ihm dem Königreich Bayern zugeteilt. Mit Berg hatten selbstverständlich auch die Nachbargemeinden diesseits der Lauter: Hagenbach, Neuburg und Scheibenhardt Anteil an dieser im 19. Jahrhundert die ganze Pfalz so vorteilhaft prägenden königlich-bayrische Epoche.


Hagenbach

Seinen Namen erhielt es von der Hainbuche, die schon seit Jahrhunderten das Wappen der Gemeinde ziert. Zahlreiche Spuren, von den Römern hinterlassen, weisen nach, dass der Ort schon um die Zeitenwende in der Geschichte eingetreten war. Einen Tag vor dem Hl. Abend des Jahres 1146 bezog der Heilige Bernhard von Clairvaux in Hagenbach in einer Herberge Quartier.

König Rudolf von Habsburg verlieh im Jahre 1281 dem Ort die Würde einer freien Reichsstadt mit dem Recht, sich mit einer Stadtmauer zu umhegen. Während des 14. Jahrhunderts war Hagenbach im Status einer Vogtei zeitweise an unterschiedliche Lehnsherren verpfändet. Im Jahre 1395 folgte der Stadtrechtsverleihung die Bildung des Unteramtes Hagenbach, dem die Verwaltung von Hagenbach, Berg, Dettenheim, Forlach, Neuburg, Neuburgweier, Pfortz und Wörth oblag. Zerstörungen und Einäscherungen widerfuhren der Stadt im Jahre 1357 auf Anordnung Kaiser Karls IV., in der Zeit der Bauernaufstände im Jahre 1525 und im Jahre 1674 unter dem französischen König Ludwig XIV. Während der Französischen Revolution gingen sowohl die Verwaltungsfunktionen als auch die Stadtrechte verloren.

Hagenbach, das in der Zeit der Christianisierung zum Kloster Weißenburg gehörte, wurde von 1361 bis 1768 von der Kurpfalz und von 1768 bis 1793 von Pfalz-Zweibrücken regiert. Ab dem Jahre 1816 war der Ort ein Teil des Königreiches Bayern. Der aus dem Jahre 1645 stammende Kupferstich Merians rückt uns Hagenbach eindrucksvoll als mittelalterliche Stadt vor Augen. Mit Verleihungsurkunde vom 22.06.2006 wurde der Ortsgemeinde Hagenbach die Bezeichnung "Stadt" durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Herrn Kurt Beck, verliehen.


Neuburg am Rhein

Neuburg wird erstmals im Jahre 1219 bei der Erbteilung der Brüder Eberhard und Otto dem Älteren von Eberstein urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrzehnten mehrfach verpfändet, verkauft Heinrich IV. von Lichtenberg Neuburg, "Veste und Stadt am Rhein mit allen Herrschaften, Zöllen, Mannen, Lehen, Dörfern" usw. 1383 an Kurfürst Ruprecht I. Damit verbleibt Neuburg bis zum Jahre 1768 bei der Kurpfalz.

Der Ort verkörperte über die Jahrhunderte eine bedeutende Zollstation. Zunächst auf dem rechten Rheinufer gelegen, gerät er durch Veränderungen des Stromlaufes während der Jahre 1592 bis 1595 auf die linke Rheinseite. Die früher bestehende Dorfgemeinschaft mit dem rechtsrheinischen Neuburgweier bestand bis zum Jahre 1707 (Vertrag zwischen Baden und Kurpfalz). Danach wird das rechtsrheinische Neuburgweiher wieder eigenständige Gemeinde.

Inzwischen dem Unteramt Hagenbach zugeordnet, kommt Neuburg zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und ab 1815 zum Königreich Bayern. Unter der bayrischen Herrschaft wird Neuburg bis zum Ende des deutsch-französischen Krieges 1870/1871 Sitz des Hauptzollamtes an der seinerzeitigen Grenze zu Frankreich. Zwischen 1890 und 1935 gehen die auf der badischen Rheinseite liegenden großen Waldungen in den Besitz der Stadt Karlsruhe über. Zwischen 1970 und 1980 erlebte das bedeutende Schiffer- und freiberufliche Lotsengewerbe der Gemeinde durch den Bau der Staustufen zwischen Straßburg und Iffezheim einen vollständigen Niedergang.


Scheibenhardt

Die Anfänge von Scheibenhardt liegen schon bei Beginn des 12. Jahrhunderts. Handschriftlich taucht der Name Scheibenhardt erstmals in einer lateinischen Urkunde im Jahre 1206 auf. Die erste Quelle der Entstehung und Geschichte dürfte mit einem Stück gerodeten Wald zusammenhängen. In frühester Zeit wurde nach dem Altdeutschen der Wald als Hardt bezeichnet. Die Siedlung wurde in jedem Fall an Stelle einer kreisförmigen Waldweide angelegt, die aus der gerodeten Hardt entstand. In der geschichtlichen Überlieferung spricht man von einer scheibenartigen Waldlichtung. Hierfür gab es in der Pfalz den Flurnamen Scheib, der für runde Wiesen verwandt wurde. Davon abgeleitet könnte auch der Ortsname Scheibenhardt entstanden sein.

Scheibenhardt unterstand zu seinen Anfängen dem Oberamt Lauterbourg, das zum Hochstift Speyer gehörte und zu Lebzeiten des Ritters Meingott von Scheibenhardt von dem damaligen Bischof verwaltet wurde.


Die Verbandsgemeinde


Mit dem Zusammenschluss der Orte Berg, Hagenbach, Neuburg und Scheibenhardt zur Verbandsgemeinde Hagenbach im Jahre 1972 ist die Möglichkeit gegeben, die kommunalen Aufgaben in einem größeren Rahmen bürgernah zu lösen und die öffentlichen und kulturellen Einrichtungen zu fördern und zu verbessern.
Die Verbandsgemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, unter Bewahrung ihres ökologisch hochwertigen Lebensraumes an Rhein, Lauter und Bienwald im Dreiländereck Südpfalz - Mittlerer Oberrhein - Nordelsass, inzwischen zunehmend als Pamina-Raum bekannt, die wirtschaftliche Entfaltung des Lebens- und Grenzraumes zu stärken.
 
 

 
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